Der Stromspeicher: wie gross, was kostet er, wann lohnt er sich?
Eine Photovoltaikanlage produziert dann am meisten, wenn im Haus am wenigsten gebraucht wird: mittags. Ohne Speicher fliesst dieser Strom ins Netz und wird mit rund acht Cent vergütet, abends kaufen Sie ihn für rund 35 Cent zurück. Genau diese Lücke schliesst ein Speicher.
Die Faustformel für die Grösse
Wir rechnen in zwei Schritten, und Sie können das mit Ihrer Stromrechnung selbst nachvollziehen:
- Anlagengrösse: Jahresverbrauch in Kilowattstunden geteilt durch 1.000, mal 1,7. Bei 4.000 Kilowattstunden ergibt das rund 6,8 Kilowattpeak.
- Speichergrösse: etwa das Doppelte der Anlagengrösse als Kilowattstunden. Bei 6,8 Kilowattpeak also grob 13 bis 14 Kilowattstunden.
Das ist eine Näherung, kein Naturgesetz. Wer tagsüber zu Hause arbeitet, braucht weniger Speicher, wer abends kocht, wäscht und lädt, mehr. Ein E-Auto oder eine Wärmepumpe verschieben beide Werte deutlich nach oben. Deshalb fragen wir im Gespräch nach dem Tagesablauf und nicht nur nach der Jahreszahl.
Ein zu grosser Speicher ist teurer Stillstand: Kapazität, die nie voll wird, zahlt sich nie ab. Ein zu kleiner Speicher ist abends um zehn leer. Beides vermeiden Sie mit einer ehrlichen Verbrauchsrechnung, nicht mit dem grössten Modell im Katalog.
Welche Grösse zu welchem Haushalt passt
| Kapazität | Passt zu | Typischer Eigenverbrauch |
|---|---|---|
| rund 5 kWh | kleiner Haushalt, Anlage bis etwa 6 kWp | 50 bis 60 Prozent |
| rund 10 kWh | Einfamilienhaus mit drei bis vier Personen | 60 bis 70 Prozent |
| rund 15 kWh | hoher Verbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto | 65 bis 75 Prozent |
Der Eigenverbrauch ist die entscheidende Zahl, nicht die Kapazität: Sie sagt, welcher Anteil Ihres Stroms aus dem eigenen Dach kommt statt aus dem Netz. Ohne Speicher liegt sie bei etwa 25 bis 35 Prozent. Was ein Speicher in Ihrem Fall kostet, rechnen wir im Beratungsgespräch aus, zusammen mit der Anlage.
Notstrom ist nicht dasselbe wie Speicher
Ein verbreiteter Irrtum: Wer einen Speicher hat, hat bei Stromausfall noch Licht. Das stimmt nur, wenn die Anlage eine Ersatzstromfunktion besitzt. Ohne sie schaltet der Wechselrichter bei Netzausfall ab, aus Sicherheitsgründen, denn sonst stünde Spannung auf einer Leitung, an der jemand arbeitet.
Die Ersatzstromfunktion ist ein Zusatz zur Anlage. Sie versorgt ausgewählte Stromkreise weiter, in der Regel Licht, Kühlschrank, Router und Heizungssteuerung. Ob sich das lohnt, ist eine persönliche Entscheidung: Im Dortmunder Netz liegen die Ausfallzeiten im Jahresmittel bei wenigen Minuten. Wer im Homeoffice arbeitet oder medizinische Geräte betreibt, sieht das anders als jemand, der tagsüber ausser Haus ist.
Worauf wir bei der Auswahl achten
Garantie und was sie wirklich abdeckt
Zehn Jahre Garantie klingen überall gleich, sind es aber nicht. Achten Sie auf zwei Punkte: Wird eine Restkapazität nach zehn Jahren zugesichert, und hängt die Garantie an einer Bedingung? Manche Hersteller verlangen eine dauerhafte Internetverbindung des Speichers. Fällt sie über längere Zeit aus, kann die Garantie erlöschen. Wir sagen Ihnen vor der Unterschrift, welche Bedingung an Ihrem Gerät hängt.
Ladezyklen und Lebensdauer
Ein Haushaltsspeicher wird pro Jahr etwa 250 bis 300 mal geladen und entladen. Übliche Zusagen liegen bei 6.000 Zyklen oder mehr, das entspricht rund zwanzig Jahren. Der Speicher ist damit kein Verschleissteil, das nach zehn Jahren getauscht wird.
Erweiterbarkeit
Wenn absehbar eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt, sollte der Speicher später erweiterbar sein, ohne dass ein zweites Gerät danebengestellt werden muss. Das ist beim Kauf eine Frage von wenigen Euro, beim Nachrüsten eine Frage von einigen hundert.
Rechnet sich ein Speicher?
Nüchtern betrachtet: Die Photovoltaikanlage rechnet sich schneller als der Speicher. Die Anlage ersetzt Netzstrom mit Erzeugungskosten von wenigen Cent, der Speicher verschiebt Strom nur zeitlich und kostet dafür selbst Geld.
Trotzdem entscheiden sich die meisten unserer Kunden dafür, und zwar aus drei Gründen: Der Eigenverbrauch steigt von etwa 30 auf 60 bis 75 Prozent, die Abhängigkeit vom Strompreis sinkt entsprechend, und der Abstand zwischen Einspeisevergütung und Strompreis wird eher grösser als kleiner. Wer den Speicher rein als Geldanlage betrachtet, sollte ihn kleiner wählen. Wer Unabhängigkeit will, grösser.
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